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Mitose und Zellteilung Inhalt Zellentwicklung Embryonalentwicklung der Tiere

Unterabschnitte


Meiose und Sexualität

Bei den höheren Eukaryonten bilden sich aus den Zellen der Keimbahn die Gameten; Geschlechtszellen, die nur den halben (haploiden) Chromosomensatz besitzen. Diese fusionieren dann zu einer diploiden Zygote, aus der sich der neue Organismus entwickelt. Normalerweise ist die diploide Phase die längste im Leben der Eukaryonten, mit der Ausnahme von einigen Hefen, die ihr Leben normalerweise haploid verbringen und sich direkt nach der Paarung durch eine Meiose wieder in ein haploides Stadium begeben.

Der Vorteil der sexuellen Vermehrung liegt vor allem darin, dass es bei einer extremen Veränderung der Umwelt eine höhere Wahrscheinlichkeit gibt, dass sich unter den Nachkommen eine Merkmalskombination mit einem hohen Selektionsvorteil befindet.

Als Meiose bezeichnet man die Bildung der Keimzellen bei der der Chromosomensatz halbiert wird. Hierzu müssen die homologen Chromosomen gleichmässig auf die zwei Zellen verteilt werden. Der Mechanismus könnte im Prinzip wie eine Mitose ablaufen, bei der keine S-Phase stattgefunden hat; der tatsächliche Ablauf ist allerdings wesentlich komplexer.

Bei der Meiose kommt es nach der Replikation der DNA zu einer Paarung der homologen Chromosomen. Die Schwesterchromatidien verhalten sich wie eine Einheit - so als hätte die Replikation nicht statt gefunden. Bei der Zusammenlageung der homologen Chromosomen, Bivalent genannt, kommt es zur Rekombination zwischen dem väterlichen und dem mütterlichen Homologon. Dann werden in einer Anaphase die Schwesterchromatidien jeweils zusammen zu einem Spindelpol transportiert.

So entstehen zwei diploide Zellen, die allerdings jeweils ein verdoppeltes haploides und kein ,,echtes``  diploides Erbgut enthalten.

Diese Zellen trennen sich nun in einer zweiten Zellteilung ohne vorangegangene Replikation auf zwei haploide Zellen auf.

Durch das unabhängige Aufteilen der einzelnen Chromosomenpaare auf die Zellen ergeben sich bereits 2n Möglichkeiten, wobei n die Anzahl des halben Chromosomensatzes ist, bei uns gibt es also $2^{23} = 8,4
\cdot 10^6$ Möglichkeiten, die durch das Crossing-over nochmals gesteigert werden.

Am Ende der ersten Teilung der Meiose liegen die Schwesterchromatiden sehr eng zusammen und sind über das Chiasma verbunden. In diesem Stadium können sich Bereiche der Chromosomen überschneiden und somit Rekombinieren.

Damit diese Rekombination stattfinden kann, müssen sich die Chromosomen zu einem sogenannten synaptonemalen Komplex zusammenlagern. Dessen Bildung kann man in unterschiedliche Phasen einteilen. Im Leptotän sind die homologen Chromosomen noch vollkommen getrennt. Im Zygotän beginnt dann die Bildung des synaptonemalen Komplexes, der sich im Pachytän stabilisiert und im darauf folgenden Dilplotän wieder trennt. Die genetische Rekombination findet im Parchytän während der synaptonemale Komplex existiert statt.

Man nimmt allerdings an, dass nicht der synaptonemale Koplex, sondern die sogenannten Rekombinationsknoten für den Chromatinaustausch verantworlich sind. Diese Knoten sind grosse Proteinkomplexe mit einem Durchmesser von 90 nm. Man hat zwar keinen Beweis für die Rolle der Rekombinationsknoten, allerdings deuten viele Hinweise auf den Zusammenhang hin: Die Anzahl und die Verteilung der Rekombinationsknoten entspricht den Chiasmata und den Crossing-over-Ereignissen, bei Mutationen, die das Crossing-over verändern, verändert sich auch die Lage der Rekombinationknoten und man kann zeigen, dass an den Rekombinationsknoten eine vermehrte DNA-Synthese stattfindet.

Ausserdem nehmen die Chiasmata die Rolle der Centromere bei der normalen Mitose wahr und sind für die ordnungsgemässe Trennung sehr wichtig. Während der ersten Teilung sind die Kinetochore der beiden Schwesterchromatiden miteinander verschmolzen und die daran angreifenden MT verlaufen alle zu einem Pol. Ausserdem bricht in der Anaphase der ersten Meiose-Teilung nicht die Verbindung der Schwesterchromatiden, sondern die Verbindung zwischen den homologen Chromosomen zusammen.

Die Paarung der Geschlechtschromosomen X und Y wird durch einen kleinen homologen Abschnitt in der Mitte dieser Chromosomen erreicht. So können auch diese korrekt auf die Zellen verteilt werden.

Die zweite Teilung gleicht der Mitose.


Die Eizelle

Die Eizelle eines höhern Organismus ist totpotent, d.h. sie kann einen kopletten neuen Organismus bilden. Normalerweise geschieht dies nach der Befruchtung, doch einige Organismen entwickeln sich auch aus unbefuchteten Eiern (Parthenogenese, z.B. bei Eidechsen) und bei anderen (Fröschen) kann man diese Entwicklung durch das Einstechen der Eizelle mit einer Nadel induzieren.

Mit Ausnahme der Säuger, bei denen das neue Individuum die Nahrung von der Mutter erhält ist die Eizelle bei allen anderen Tiere auch gleichzeitig eine Nahrungsreserve in Form von Dotter. Der Dotteranteil der meisten Eier macht bis zu 95%  des Volumens aus.

Praktisch alle nicht-Säugereier sind von eine speziellen Schicht, der Eihülle umgeben, einer spezialisierten extrazellulären Matrix, die das Ei vor mechanischen Schäden bewahrt und bei vielen Arten dient sie auch dazu, nur die artspezifischen Spermien in die Zelle zu lassen.

Die meisten Eier enthalten sogenannte Rindengranula, die wenn das Ei durch ein Spermium aktiviert wurde, ausgeschüttet werden und das Eindringen weiterer Spermien verhindern.

Damit aus dem sich entwickelnden Ei, der Oozyte ein reifes Ei, ein Ovum wird, bedarf es einer Entwicklung, die in Phasen abläuft (Oogenese):

Die Urkeimzelle wandern zu den sich bildenden Gonaden und werden zu Oogonien. Dann folgt eine mitotische Teilung, die aus den Oogonien die primären Oozyten macht.

Dann beginnt die Meiose und die Zelle wird über einen Zeitraum von einigen Tagen bis hin zu Jahren in der Prophase I der ersten Teilung gehalten. In dieser Zeit bildet das Ei die Rindengranula, die Hülle und es fängt bei Nicht-Säugern mit der Bildung des Dotters an (dazu müssen die Chromosomen dekondensieren). Es steht für die Biosynthese ein doppelter Chromosomensatz zur Verfügung, was diese sehr beschleunigt. Die Biosynthese wird ausserdem durch die mit Gap Junctions mit der Eizelle verbundenen Folikelzelle und teilweise durch spezielle Nährzellen unterstützt.

Die nächste Phase nennt man die Oozyten-Reifung. Diese Phase wird normalerweise erst nach der Geschlechtsreife durch Hormone eingeleitet. Nun wird die erste Meioseteilung fortgesetzt, die Chromosomen kondensieren wieder und die Kernhülle verschwindet.

Am Ende teilt sich die Zelle in zwei Zellen von sehr unterschiedlicher Grösse: das kleine Polkörperchen und die sekundäre Oozyte.

Durch die zweite Teilung der Meiose entsteht dann aus der sekundären Oozyte ein zweites Polkörperchen und das reife Ei (Ovum).

Bei den meisten Organismen stoppt die Reifung in der Metaphase der zweiten Meiose-Teilung und wartet auf die Befruchtung. Diese werden dann durch die Ovulation freigesetzt und erwarten die Befruchtung.


Die Spermienzelle

Die Spermienzelle ist eine Zelle, die an die Bewegung angepasst ist. Sie besitzt eine Schwanzregion, die das Spermium antreibt und ihm hilft, die Eihülle zu durchbohren, sowie einem Kopf, der das dicht gepackte Genom enthält, bei dem aber der gesamte Apparat der Proteinbiosynthese fehlt.

Am Vorderende des Spermiums findet man spezielle Vesikel mit hydrolysierenden Enzymen, die die Eihülle auflösen: die Akrosomen-Vesikel. Diese werden durch Kontakt mit der Eizelle frei und ermöglichen dem Spermium so, die äussere Eihülle zu durchdringen.

Die Geissel des Spermiums enhält in ihrem Kern die typische 9+2-Anordnung, die jedoch von neun weiteren dichten Keratinfasern umgeben sind, deren Rolle nicht klar ist.

Im Gegensatz zu den Oogonien der Frauen, die nur im Fötus gebildet werden und dann in periodischen Abständen abgegeben werden, bildet der Mann erst ab der Pubertät - dann aber kontinuierlich - Spermien.

Die Spermatogenese findet in den Samenkanälchen statt.

An deren Peripherie befinden sich die unreifen Spermienzellen - die Spermatogonien. Einige dieser Zellen differenzieren sich zu primären Spermatozyten. Diese beginnen dann die Meiose und teilen sich in zwei sekundäre Spermatozyten mit jeweils einem doppelten Chromosomensatz.

Durch die zweite Mitotische Teilung entstehen vier Spermatide mit einem haploiden Chromosomensatz.

Während der gesamten Spermatogenese bleiben die Zellen durch cytoplasmatische Brücken zu einem Syncytium verbunden, bis dann die fertigen Spermien synchron freigegeben werden. Dieser Mechanis führt dazu, dass der gesamte Prozess der Spermatogenes von einem diploiden Chromosomensatz gesteuert werden kann.


Die Befruchtung

Wenn es nicht innerhalb von einigen Stunden zur Vereinigung von Spermium und Eizelle kommt, dann sterben beide Zellen unweigerlich ab.

Damit es zur Befruchtung kommt muss das Spermium zunächst den Saum aus Follikelzellen durchwandern, dann an die Eihülle, die Zona pellucida binden und schliesslich mit der Plasmamembran verschmelzen.

Damit das Spermium nach der Ejakulation zu diesen Leistungen fähig ist, muss es den von weiblichen Sekrete eingeleiteten Prozess der Kapazitation durchmachen. Bei diesem Prozess werden die Glykoproteine und die Plasmamembran des Spermiums verändert und dessen Beweglichkeit erhöht sich.

Nachdem das Spermium die Follikelzellen durchdrungen hat bindet es an die Zona pellucida. Diese ist normalerweise eine Befruchtungsbarriere zwischen verschiedenen Arten.

Die Zona pellucida der Säuger ist aus drei Glykoproteinen aufgebaut. Zwei davon, Z2 und Z3 bilden Filamente, die von Z1 zu einem Netz verknüpft werden. Z3 ist ein artspezifischer Rezeptor, an den das Spermium bindet. Z3 startet ausserdem die Akrosomenreaktion.

Der Inhalt des Akrosoms wird freigesetzt und dies führt zum einen zur Freisetzung von Enzymen, die die Zona pellucida abbauen und zum anderen werden dadurch Proteine an die Spermienoberfläche gebracht, die dieses an den Z2-Molekülen der Zona pellucida fest verankern.

Nach dem Verschmelzen der Plasmamembranen kommt es zu einer Depolarisation der Eizelle was weitere Spermien von einem Eindringen abhält. Neben diesem primären Block der Polyspermie gibt es ausserdem einen sekundären Block, der als Rinden-Reaktion bezeichnet wird. Diese IP3-abhängige Reaktion setzt die Rindengranula frei und führt zu einer Verhärtung der Zona pellucida, was ein weiteres Eindrigen von Spermien unmöglich macht. Wenn doch einmal zwei Spermien eingedrungen sind, bilden sich mehrere Spindelapparate aus und die weitere Entwicklung der Zelle wird gestoppt.

Bei der Fusion der beiden Zellen stülpen sich die Mikrovilli der Eizelle nach aussen und umschliessen das Spermium bis es schliesslich vollständig mit der Zelle verschmilzt. Die Fusion wird sehr wahrscheinlich durch die Wechselwirkung zwischen einem Oberflächenprotein des Spermiums und einem Integrin der Plasmamembran vermittelt.

Damit das Befruchtete Ei - Zygote genannt - entsteht müssen sich noch die Kerne der beiden Zellen vereinen. Das Spermium enthält in den meisten Tieren neben der DNA auch ein Centriol, welches es in die Zelle einbringt; denn die Eizelle besitzt zwar ein Centrosom, allerdings keine Centriolen. Nach der Verdoppelung bildet dieses die erste mitotische Spindel aus und die Entwicklung beginnt.


 
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